Spitzboden

Der Spitzboden befindet sich direkt unter dem Dach und ist oft nur über eine Einschubtreppe erreichbar. Meist wird der Dachboden als Lagerfläche genutzt.

Bei ausreichender Höhe, Wohnfläche und Belichtung ist er aber auch als Wohnraum und zusätzliches Zimmer nutzbar. In diesem Fall muss er über eine Geschosstreppe zugänglich sein.

  • Mit unseren Planungsoptionen für das Mehrfamilienhaus Duo 315 zeigen wir Ihnen beispielsweise, wie Sie den Spitzboden als Gästezimmer oder Büro ausbauen können.

Spitzboden einrichten, als Wohnraum oder Stauraum?

Was macht man
mit einem Spitzboden?

Hausbesitzer haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, den Spitzboden zu nutzen:

  • Der Spitzboden kann als trockener Lagerraum dienen, wenn man zum Beispiel keinen Keller hat. Der Ausbau eines Dachbodens als Lagerraum geht relativ schnell, erfordert in der Regel keine Baugenehmigung und kann mit wenig handwerklichem Geschick in Eigenregie durchgeführt werden.
  • Der Spitzbodenausbau bietet aber auch die Möglichkeit, ein willkommenes Gäste- oder Arbeitszimmer zu schaffen oder ein separates Spielzimmer für die Kinder einzurichten.

Ob sich ein Spitzboden als Wohnraum oder Lagerraum eignet, hängt auch von der Dachneigung ab. Satteldächer mit einer Dachneigung von 35 bis 55 Grad bieten gute Voraussetzungen für die Nutzung als Wohnraum. Bei einer geringeren Dachneigung ist der Dachboden oft sehr niedrig und besser als Lager geeignet.

Je nachdem, wie der Spitzboden ausgebaut werden soll, sind der Aufwand und die Anforderungen unterschiedlich. Die Spitzboden Vorteile überwiegen aber meistens die Nachteile.

Spitzboden Definition und Regeln

Was macht einen
Spitzboden aus?

Was ist ein Spitzboden?

Eine Spitzboden Definition im herkömmlichen Sinne lautet nach DIN 1055:

Ein Spitzboden ist ein nicht bewohnbarer Dachboden unter einem Satteldach mit einer Höhe von nicht mehr als 1,80 Meter. Auf den Spitzboden führen in der Regel Leitern. In Mehrfamilienhäusern ist er normalerweise vom obersten Treppenabsatz aus zugänglich, nicht beheizt und hat oft wenig Licht durch Glasfliesen oder Oberlichter.

Wie wurde der Spitzboden früher genutzt?

In städtischen Gründerzeitmietshäusern wurde den Bewohnern (Mietern) meist der Dachboden als Trockenboden zur Verfügung gestellt, auf dem sie ihre Wäsche trocknen konnten. In anderen Gebäuden dient der Dachboden oft als Vorratskammer oder Archiv, typische Bauernhäuser in vielen Regionen lagerten dort früher Vorräte oder Saatgut.

Wann zählt ein Spitzboden als Wohnraum?

Soll das Spitzbodengeschoss zum Arbeiten oder Wohnen genutzt werden, muss es bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Staatliche Bauordnungen sehen eine Fläche von mindestens acht Quadratmetern und eine lichte Höhe von etwa 2,30 Meter vor.
  • Fenster sollten ein Achtel der Grundfläche einnehmen und mindestens einen Quadratmeter groß sein.
  • Tragende Wände, Pfeiler und Masten müssen feuerfest sein.
  • Es sind zwei Fluchtwege vorgeschrieben: einer durch das Treppenhaus, der zweite in der Regel durch ein Fluchtfenster mit einer Diagonale von etwa einem Meter.
  • Bei einer Raumhöhe von weniger als 1,80 m können in einem gewöhnlichen Spitzboden keine dauerhaften Wohnräume eingerichtet werden. Liegt der Dachboden unter 1,50 Meter, ist ein Ausbau oft gar nicht möglich.

Achtung: Diese Anforderungen sind in jedem Bundesland etwas unterschiedlich geregelt. Am besten man wendet sich direkt an ein örtliches Bauamt. Dort erhält man auch eine Baugenehmigung – denn je nach Haustyp und Region kann es zu Abweichungen kommen.

Weitere Faktoren beim Ausbau von Spitzböden

Erst prüfen,
dann ausbauen

Neben diesen Vorschriften gibt es auch andere Faktoren, die man beim Ausbau eines Spitzbodens beachten sollte. 

1.

Die wichtigste Frage vor der Planung lautet: Ist das Dachgeschoss für einen Ausbau geeignet? Die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion muss gewährleistet sein und den Anforderungen entsprechen. Daher sollte die Statik überprüft werden. Der Balken der Dachkonstruktion muss trocken, frei von Schädlingen und Fäulnis sein. Auch die Dacheindeckung muss in einwandfreiem Zustand sein und vorhandene Beschädigungen am Dach müssen repariert werden, bevor man mit dem Ausbau zum Spitzboden-Stauraum beginnt. Das gilt nicht nur für die Balken, sondern auch für Mauerwerk und Schornstein. Bei auslaufenden Kanten, Rissen oder Feuchtigkeitsschäden sind Spezialisten gefragt. 

2.

Wer den Spitzboden zum Stauraum oder Wohnraum ausbauen möchte, sollte auf die Anzahl der Stockwerke achten. Neue Bauvorschriften erleichtern den Dachbodenausbau, da sie die neue Dachbodenfläche nicht mehr als Teil des Bodenflächenfaktors (GFZ) berücksichtigen. Die GFZ steht im Zusammenhang mit der Grundstücksgröße und ist die Grenze, bis zu der Wohnraum in einem Haus geschaffen werden kann. Basiert der für Ihr Haus geltende Bebauungsplan auf einer älteren Landesbauordnung mit engeren Vorgaben, so gilt meist die lokale Landesbauordnung.

3.

Minimale Dachausbaumöglichkeiten sind in der Regel nicht vereinbarungspflichtig. Da die Bauordnungen der einzelnen Bundesländer unterschiedliche Vorgaben haben, ist es sinnvoll, sich vor einem Ausbauvorhaben an eine Baurechtskanzlei zu wenden. Bei Einwirkung auf Trag- oder Aussteifungen oder Nutzungsänderung ist in jedem Fall eine Abstimmung mit den Behörden erforderlich. Ein neuer Wohnraum beispielsweise bedeutet eine Nutzungsänderung. Je nach staatlicher Bauordnung muss Wohnraum unter dem Dach eines Ein- oder Zweifamilienhauses über mindestens der Hälfte der Nutzfläche eine lichte Höhe von mindestens zwei Metern aufweisen, manchmal werden auch 2,20 Meter gefordert.

Wie kommt Licht und Luft ins Dachgeschoss?

Die Fensterfrage

Bei Bedarf kann ein einzelnes Giebelfenster in die Außenwand eingebaut werden. Hierbei ist es sinnvoll, dieses als Fluchtfenster auszuführen, um den Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden. Durch die Oberlichter gelangt genügend Licht ins Dachgeschoss, aber auch Wärme. Wer jedoch den gesamten Giebelbereich verglasen möchten, muss einen Statiker hinzuziehen.

Die Oberkante des Dachfensters sollte etwa 200 Zentimeter hoch sein, die Unterkante nicht höher als 90 Zentimeter vom Boden aus. Wenn die Unterkante zu niedrig ist, kann ein Geländer erforderlich sein. Wenn die geplanten Fenster breiter als der Sparrenabstand sind, müssen die Sparren gekürzt und stabilisiert werden. Es lohnt sich also, kleinere Fenster zu wählen und diese neben- und übereinander zwischen den vorhandenen Sparren platzieren.

Dämmung des Spitzbodens

Gegen Wind und Wetter

Das Dachgeschoss ist Wind und Wetter stärker ausgesetzt als andere Bereiche im Haus. Daher kann es im Sommer besonders heiß werden. Im Winter ist es wichtig, eine Auskühlung zu vermeiden. Daher ist die Dämmung beim Ausbau des Dachgeschosses besonders wichtig. Hier regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV) die genauen Dämmwerte. Grundsätzlich ist eine Dampfsperre meist vorzuziehen. Sie ist beständiger gegen Schimmel, schützt vor Feuchtigkeit und Zugluft.

Alternativen zum Ausbau von Spitzböden

Galerie

Wird ein ausgebauter Spitzboden nicht als Stauraum oder Wohnraum genutzt, könnte man darüber nachdenken, die darunter liegenden Räume durch eine Galerie teilweise zu öffnen. Wenn der Spitzboden mit großen Oberlichtern ausgestattet ist, wirkt das besonders hell und gemütlich.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine solche Galerie zu nutzen. Sie kann als Rückzugsort, Hobbyraum oder Bibliothek mit Leseecke dienen, das Schlafzimmer erweitern oder im Kinderzimmer zusätzliche Fläche zum Spielen schaffen. 

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